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blieb unbeantwortet. Als ſie aber elnes Abends in einem Waͤldchen, welches an die aͤußerſten Fe⸗ ſtungswerke ſidßt, ſpatzieren gieng, wurde ſie uberfallen, niedergeriſſen, eingehuͤllt, und ſo in einen Wagen geworfen, der Feldein mit ihr da⸗ von flog.— Die Pferde wurden ſchnell gewech⸗ ſelt, ohne daß ihre zwey Begleiter von ihrer Sei⸗ te wichen— in der zweiten Nacht ſtiegen ſie vor dem Hauſe am Wall ab, und uͤberlieferten ſie einer alten Frau, die genau unterrichtet zu ſeyn ſchien, denn das Zimmer, welches ihr einge⸗ raͤumt wurde, gieng hinten hinaus, das Fenſter war mit eiſernen Stangen verſehen, die Ausſicht auf einen Hof, ringsum hohe Mauern— ſie konnte weder errathen noch vermuthen, wo ſie hingebracht worden war.— So blieb ſie meh⸗ rere Tage, ihre Speiſen wurden ihr gebracht— endlich erſchien Eberhorſt.— Der ſchaͤndliche er⸗ klaͤrte ihr kalt und beſtimmt, daß es ihm nie eingefallen ſey ſie zu heurathen, wenn auch ſeine Verhaͤltniſſe es ihm ohnehin nicht zur gaͤnzlichen Unmoͤglichkeit gemacht haͤtten.— Du kannſt Dir die Lage der armen Betrognen denken. Den andern Tag kam er wieder, ſeine Kaͤlte hatte ſich in eine freche Freundlichkeit verwandelt, er ver⸗ wuͤnſchte das Schickſal, das ſeinen ſuͤßeſten Wuͤn⸗ ſchen im Wege ſtuͤnde, bethenerte daß ſelne ge⸗ ſtrige Kaͤlte nur nie Folge des Zwangs ſey, in dem er leider leben muͤßte, bat, ſie moͤgte Ge⸗
liche Klage anſtellen wuͤrde— auch dieſer B ief


