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— Gott! wie hatte ſich die Ungluͤckliche veraͤn⸗ dert.— In den erſten zwey Jahren war ſein Groll viel zu heftig, um irgend einem andern
Gedanken Raum zu laſſen— er ſchimpfte dffent⸗ lich uͤber den Hof, erzaͤhlte einem jeden ohne Wahl
und Ausnahme die himmelſchreyende Ungerechtig⸗ keit, die an ihm veruͤbt worden war, und ſeine Freunde hatten ihre liebe Noth mit ihm.— Nach und nach aber wurde er ſtiller, behutſamer, ſein Ehrgeiz war wieder erwacht— bald gieng er ſogar zu einem andern Extrem uͤber— er haſch— te nach allem, was ihm nur einigermaßen dien⸗ lich zu ſeyn ſchien, um aus der Vergeſſenheit zu kommen.— Gerade zu der Zeit vermählte ſich der juͤngere Bruder des Herrn von Eberhorſt mit einer wettlaͤuftigen Verwandtin von ihm; er er⸗ griff dieſe Gelegenheit, um an den Kammerherrn zu ſchrelben— die Antwort blieb lange aus— endlich erhielt er einige Zeilen voll Gemeinſpruͤ⸗ che und leerer Vertroͤſtungen.— Der gute Ma⸗ jor gab aber dieſer hoflichen Abfertigung einen ganz andern Sinn.— Eberhorſt war ja der Guͤnſtling der Fuͤrſtin, ſollte dem wohl etwas un⸗ moͤglich ſeyn?— genug, daß ich nun von ſei— nem guten Willen uͤberzengt bin, die Gelegenheit mir behuͤlflich zu ſeyn muß ich ihm ſelbſt an die Hand geben— und er reiſte nach der Reſidenz
ab.— Eberhorſt ſah das ſchone Fraͤulein von Ellerfeld, und ihr Vater wurde ſogleich befordert:
dor ſtolze Kammerherr erinnerte ſich ſogar jezt,


