ganz deutlich, daß auch ihr Koͤrper vollig er⸗ ſchoͤpft war.— Meine Sorgfalt ruͤhrte ſie.— O mein Herr! ſtammelte ſie, blickte dankbar zu mir herauf, und nun floſſen ihre erſten Thraͤnen. — Ihre Angen waren bis jezt trocken geblieben, ich ſahe es gern, daß ſie weinte.— Waͤhrend dem der Tiſch im Nebenzimmer gedeckt wurde, erzaͤhlte ſie mir in wenig Worten ihre Geſchichte, ſie war viel zu entkraͤftet um weitlaͤuftig ſeyn zu konnen— ich merkte aber, daß ſie dieſen Be⸗ weis ihres Zutrauens als eine Schuld anſah, der ſie ſich nicht ſchnell genug entledigen konnte — und frug nicht weiter, obgleich mir manches noch dunkel blieb— heute aber habe ich ſie um⸗ ſtaͤndlicher von ihr erfahres, hier iſt ſie.— Ein gewiſſer Obriſt von Ellerfeld, Kommandant der kleinen Grenz⸗Feſtung H** iſt ihr Vater, ſie hat keine Mutter mehr— ihren Vater ſchildert ſie als einen geraden redlichen Mann, der aber zu ſeinem Ungluͤck den Dienſt beſſer als das Courma⸗ chen verſtand— er wurde als Major mehrma⸗ len zuruck geſezt, und ſah ſich jungen Laffen vor⸗ gezogen; dies verdroß den alten Haudegen end⸗ lich; was er ſich bis jezt begnuͤgt hatte zu den⸗ ken, ſagte er nun laut, erhielt ſeinen Abſchied, und zog auf ein kleines Guͤtchen, von deſſen ge⸗ ringem Ertrag er kuͤmmerlich mit ſeiner Tochter lebte.— Jezt erſt fiel mir ein, daß ich im ver⸗ wichenen Jahr Vater und Tochter in Nuß bey einem Verwandten geſehen und geſprochen hatte.
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