wieder zuruͤck kehrten. Nun ſprach ich ihr Muth zu, faßte ſie unterm Arm, und trug ſie mehr als ſie gieng, bis vor meine Woh⸗ nung. Sie fiel auf den naͤchſten Stuhl erſchoͤpft nieder, indem ihr aͤngſtlich großer Blick im Zim⸗ mer herum ſchweifte. Waͤhrend die Lichter an⸗ geſteckt wurden, hatte ich Zeit ſie zu betrachten. — Gott gebe! dacht' ich, daß dies ſchoͤne Ge⸗ ſicht nur durch unverſchuldete Leiden ſo gebleicht iſt!— Mein Georg hatte ſich entfernt, und die Ungluͤckliche ſank zu meinen Fuͤſſen, und indem ſie Haͤnde und Augen gen Himmel hob— meln Herr! wenn ſie ein menſchliches Herz beſitzen, ſo ſind meine Anſpruͤche auf ihre Huͤlfe guͤltig, und ich brauche ſie nicht erſt mit meinem Elend bekannt zu machen, um Schutz zu finden; iſt aber das Schickſal noch nicht muͤde mich zu verfolgen„ ſo weiß ich zu ſterben!— Ich muͤßte dir den Ton ihrer Stimme, ihre Stel⸗ lung, das ganze Maͤdchen muͤßt' ich dir be⸗ ſchreiben, um dir einen Begriff von dem Ein⸗ druck zu geben, den dieſe wenigen einfachen Wor⸗ te auf mich machten.— Es waren weder⸗ Flage, noch Jammertdne, es war das ganze zermalmende Gefuͤhl ihrer Leiden, das ſich auf einmal aus dem gebrochenen Herzen bis zu ih⸗ ren Lippen herauf wand, und erſtarb— ich faßte ſie auf, noͤthigte ſie auf den Sopha, hohlte einige Staͤrkungen herbey, und befahl mit dem Nachteſſen zu eilen, denn nun ſah ich
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