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aͤngſilich nachgeſehen, und dann endlich nachge⸗ gangen war.
Wilhelmine hatte mit Anſtrengung aller ihrer Kraͤfte kaum ihr Zimmer erreichen koͤnnen— der entſcheldende Schlag war geſchehen, und ihr Herz gebrochen, denn jezt erſt fuͤhlte ſie, daß ſie ihren Wahlberg noch nie im Ernſte aufgehoͤrt hatte zu lieben.„ſie fuͤhlte es in dem nemlichen Augen⸗ vlick, wo es Tugend und Pflicht war, ihn auf ewig zu vergeſſen— bis jezt hatte eine leiſe heim⸗ liche, ihr ſelbſt nicht ganz deutliche Hofnung, immer noch die Glut unter der Aſche erhalten— jezt war jeder Gedanke an ihn Verbrechen. hyaͤtte ſie Kaltblutigkeit genug gehabt, um Zeit und Umſtaͤnde genauer zu berechnen, ſo haͤtte ihr doch manches in Eberhorſt's Erzaͤhlung auf⸗ fallen muſſen— ſtatt deſſen forſchte ſie allen Um⸗ ſtaͤnden nach, die ihr Ungluͤck und Wahlbergs Schande noch wahrſcheinlicher machten— die Halsſtarrigkeit, mit der er ihrem Oheim eine Er⸗ klärung des naͤchtlichen Abentheuers verſagte— was ſie ſelbſt im Doͤrfchen geſehen hatte— end⸗ lich den Vorfall in der Einſiedeley— Gott! Gott! rief ſie auf einmal und faltete, von einem plötzlichen Schauer ergriffen, die Haͤnde— wie!
wenn Reue, wenn die klagende Stimme ſelnes betanb⸗
ten Gewiſſens, wenn die erwachte Liebe ihn da noch zu mir gefuͤhrt haͤtte, und er beym Anblick des Prin⸗ zen— er lag zu meinen Fuͤßen„o! mein Gott!


