————————
1T4
Wilhelmine.(ſchwärmeriſch) Freundſchaft! dindem ſie ihm ihre Hand hinreicht) ſo moͤgen ſie denn ſinken jene Schranken, welche die eitle Convenlenz zwiſchen mir und meinem Fuͤrſten ſez⸗ te— im Glanze des Hofs werde ich dem Göt⸗ zen Etiquette opfern— aber hier am Buſen der Natur will ich Adolphs Freundin ſeyn— und mit tragen helfen!..
Adolph. Wilhelmine! meine edle theure Freundin! und wenn ſie nun ganz wegfielen, dieſe eitlen Schranken; wenn die Hand der Liebe das Gaukelſpiel thorigter Menſchen auf immer zerſtdr⸗ te, und Adolph bewieſe, daß er Vater ſeiner Unterthanen ſeyn koͤnne, ohne ſeinem Herzen eine unheilbare Wuude zu ſchlagen„„ wenn er das Maͤdchen, das er liebt„
Wilhelmine. Nein, ach! nein!— zu dieſem verzweifelten Schritt kann die Freundin nicht rathen— iſt das Mädchen wirklich der Liebe eines Adolphs wuͤrdig, ſo wird ſie ſelbſt keine ſolche Roman⸗Scene ſplelen wollen— und konnte ſie ſich dazu verſtehen, dann mußte Wil⸗ helmine ihren Freund bedauern, denn ſein Gluͤck
waͤre nur ein Rauſch, dem das druͤckende Be⸗
wußtſeyn, eine große Thorheit vergebens began⸗ gen zu haben, ſchnell nachfolgen wuͤrde
Adolph. Meine Liebe ein Rauſch?(hin⸗ geriſſen) beſcheidener Engel! du ſollteſt deinen Werth nicht beſſer kennen?
——


