72
„es, da er ohnehin keine Kinden hatte, der „Sorgfalt unſerer gnaͤdigen Frau Graͤfin anzu⸗ „vertrauen„ Es lag dabey ein Brief an „ihre Frau Mutter, den wir,— das Gott er⸗ „barm! als wir das Kind ſtahlen, ja ge⸗ „ſtohlen haben wir Sie, mein gnaͤdiges Fraͤu⸗ „leln!— auf den Tiſch legten. Ihre Frau „Mutter wird wohl zu ſeiner Zelt dieſen Brief „erhalten haben... Bey der Gelegenheit muß⸗ „te ich meinen Herrn eidlich verſichern, daß ich „in melnem ganzen Leben weder gegen ſie, noch „gegen ſonſt jemand von dieſer Geſchichte Er⸗ „wähnung thun wolle; denn ſie ſollten durchaus „nie ihre Frau Mutter kennen lernen.“
„Noch muß ich zum Schluß bemerken, daß „mein Herr ſich alle nur erſinnliche Muͤhe ga⸗ „ben, um den Aufenthalt ihres ungluͤcklichen „Freundes zu erfahren; mich ſandten ſie mehr⸗ „mals aus, und ich kann wohl ſagen, daß „ich in dieſem Geſchaͤft einen guten Thell von „Deutſchland durchgereiſt bin— aber alles war „vergebens— ſind der gute Herr geſtorben, „ſo ſey der liebe Gott ſeiner Seele gnaͤdig, es „muß ihm gewiß in der andern Welt beſſer als „in dieſer gehen ꝛc. ꝛc.“
Der Feind hatte elne Bewegung gemacht, man hatte ſo gar ſchon mehrere Patrouillen am Elngang des nahen Waldes erblickt; aber Lu⸗ dolph lachte uͤber die Aengſtlichkeit der beyden Frauenzimmer, und durch ſein zuverſichtliches
———


