Teil eines Werkes 
3. Theil (1804)
Entstehung
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69 der von deinem Vater, noch von Herrn von Hayn erfahren koͤnnen; meine Leiden, ſeit die⸗ ſer Stunde, wo mir mein Kind, mein einziger Troſt geraubt wurde, laſſen ſich nicht beſchrei⸗ ben; die Zeit, mehr aber noch die troſtreiche Lehre unſers gottlichen Glaubens hatte nach und nach dem nagenden Kummer das Herbe benom⸗ men, und ihn in ſtille Ergebenheit verwandelt nun aber fange ich an zu glauben, daß die ewige Gerechtigkeit verſohnt iſt, da ſie dich mir wieder gab!.. Aber, Emilie, wie kam es, daß dein Vater dich ſeinem Freunde uͤber⸗ ließ? iſt er auch todt? Iſt es wohl moͤglich, daß dieſer ſanfte Dulder elnen ſo tiefen Groll auf ſein leichtſinniges, aber dennoch Verbrechen⸗ freyes Weib ſo lange in ſeinem Herzen naͤhren konnte?— Emllie erzaͤhlte ihrer Mutter alles, was wir bereits wiſſen; beyde verlohren ſich in aͤngſtlichen dunkeln Muthmaßungen, und be⸗ ſchloſſen endlich, daß Emille noch einmal an den alten Kammerdlener des Grafen, von dem wir bereits im vorigen Bande Erwaͤhnung ge⸗ than, ſchreiben ſollte. Ludolph beſorgte den Brief, und nun harrten ſie alle drey mit Sehn⸗ ſucht der Antwort entgegen. Sie kam, und gab ihnen, wo nicht alles Licht, doch manche wichtige Erlaͤuterungen. Hier iſt ſie: Guaͤdiges Fraͤulein!

„Verzeihen ſie mir meln unhöfllches Still⸗

„ſchweigen auf alle ihre Briefe; ein Sd band