Teil eines Werkes 
3. Theil (1804)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

man von ſeinen ansgezeichneten Verdienſten, von ſeiner Tapferkeit, der er die vorzuͤgliche Gnade ſeines Monorchen zu verdanken hatte; meine Lage war unleidlich; ſo oft die Rede von ihm war, waͤhnte ich, es geſchaͤhe mit Fleiß, um mich zu demuͤthigen. Alle Augen, glaubte ich, muͤßten alsdann auf mich gerichtet ſeyn. Mei⸗ ne Tante verſicherte, ſie haͤtte mich auf ihre Ko⸗ ſten vollig bey ihm gerechtfertigt, und dennoch blieb ſein Betragen immer noch daſſelbe, kalt, veraͤchtlich und geſpannt.

Ich fing an Mißtrauen in ihre Aufrichtigkeit zu ſetzen, und bald wurde ich uͤberzeugt, daß ſie mich wuͤrklich hintergangen hatte.. Der Va⸗ ter hatte an meinem Geburtstag eine zahlreiche Geſellſchaft eingeladen, auch den Herrn von Aſ⸗ ſen. Sey es Zufall, oder war es beſchloſſen, daß in dieſer Stunde der Grund zu meinem Ver⸗ derben ſollte gelegt werden, Herr von Aſſen ver⸗ fehlte die rechte Thuͤr, und trat in ein Neben⸗ zimmer, wo ich eben beſchaͤftigt war, einem Bedienten Befehle zu erthellen; er wollte ſich zuruͤckziehen, ich trat aber raſch auf ihn zu, und meiner nicht mehr bewußt ſagte ich leiſe:— Bleiben ſie! Der Bediente entfernte ſich.— Haben ſie mit meiner Tante geſprochen, Herr von Aſſen?— Geſehen habe ich ſie aber ulcht geſprochen, ſie vermeldet mich.— Ich erblaß⸗ te— Sie hatte mir doch verſprochen— Verſprochen! unterbrach er ſpottiſch; hier zu