Teil eines Werkes 
3. Theil (1804)
Entstehung
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ne Tochter! ich war dem Wahnſinn nahe.„ Die Narbe jener glorreichen und fuͤr mich ſo ungluͤcklichen Wunde hatte ich auf ſeiner Stirne erblickt„„ Zbſcheuliches Weib! rief ich, die Haͤnde ringend, und du konnteſt ſo grauſam ſeyn!— Dieſer Brief kam ja gerade an dem Tage, wo du deinem Mann das Jawort gege⸗ ben hatteſt! ſtammelte meine Tante, durch meine Heftigkeit kleinmuͤthiger geworden— Un⸗ erhorter Betrug! nein, nein, er muß es erfah⸗ ren, daß ſie mich hintergangen, uͤberliſtet, daß ſte uns beyde ungluͤcklich gemacht haben!.. ich bin ohne Hoffnung, mein Schickſal iſt un⸗ wlederruflich beſtimmt, ich werde dulden, tra⸗ gen, nur ſeine Verachtung nicht!.. Jezt hoͤr⸗ te ich deines Vaters Stimme; er kam herein; ſeine zaͤrtliche Beſorgniß erregte in mir die wi⸗ drigſte Empfindung; ich entſchuldigte meine naſ⸗ ſen brennenden Augen durch wuͤthende Kopf⸗ ſchmerzen. Meine Tante verließ mich den gau⸗ zen Tag nicht, und es gluckte ihr endlich mich zu beſaͤnftigen durch das feyerliche Verſprechen, dem Herrn von Aſſen die Art zu erzaͤhlen, wie ſie mich zur Worthruͤchigkeit verleltet hatte.

Aſſen war nicht mehr der taͤndelnde, muntere Juͤngling, ſondern ein ſchoͤner geſezter Mann; ſein Geſicht, durch die Sonne verbrannt, die Narbe auf der Stirn und das Ordensband am Knopfloch gaben ihm das Anſehn eines Helden. In allen Geſellſchaften, die ich beſuchte, ſprach