Teil eines Werkes 
3. Theil (1804)
Entstehung
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den. Unſer Haus ſtand ihm bald zu jeder Stunde oſſen, mit jedem Tag wuchs meine Leidenſchaft, und mit ihr tdie ungeahnete Ge⸗ fahr, als Aſſen plotzlich den Befehl erhielt, ſich ſogleich zur Armee zu begeben. Unſere Thraͤ⸗ nen floſſen beym Abſchied, aber die Reue miſch⸗ te keine Bitterkeir hinein, der Himmel allein hatte uͤber unſerer beyden Unſchuld gewacht. Ich llebte dieſen trefflichen jungen Mann mit ei⸗ ner Heftigkeit, die ich jezt erſt mit Schrecken einſah, ſeine Abweſenheit wurde mir unertraͤg⸗ lich, und nur ein fletßiger Briefwechſel vermogte mich einigermaßen noch zu tidſten. So verging die uͤbrige ſchoͤne Jahrszeit; Aſſen hatte verſpro⸗ chen den Winter zuruͤck zu kehren, aber ſeine Pflicht rief ihn tiefer noch nach Norden hin; er hatte ſich ausgezeichnet, war raſch avancirt, und kommandirte bereits als Major das Regl⸗ ment in der Abweſenheit ſelnes ſchwer verwun⸗ deten Obriſten.. Indeß wurden auch die Kom⸗ munikationen taͤglich ſchwerer, bald mußte ich Mondenlang auf Briefe warten, endlich blieben ſie ganz aus.

Der Karnaval hatte ſeinen Anfang genom⸗ men; des feſten Vorſatzes kelnen Thell an den offentlichen Luſtbarkeiten zu nehmen, ungeachtet, wurde ich dennoch allmaͤhlich in den Strudel hin⸗ eingeriſſen.— Anfangs war es bloße Gefaͤl⸗ ligkeit für meine Tante, bald aber gewann ich wieder Geſchmack daran— es zerſtreute mich: