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aber mehr mit den Todten als mit den Leben⸗ digen bekannt, war die Kanzel, ein kleines Gartchen und ſeine Studierſtube ſein ganzer Wuͤrkungskreis. Meine Mutter, die Tochter ſeines Vorfahrers, die er heyrathete, well die Ernennung zu dieſer Pfarrey davon abhing, ſah er ſelten auſſer den Eßſtunden— Um meine fruͤhere Bildung bekuͤmmerte er ſich nie; zuweilen nur, wenn meine muntern Einfaͤlle ihm ein Laͤcheln abzwangen, ſah er mich weh⸗ muͤthig an und ſagte:— Jammer Schade, daß die Kleine kein Bube iſt, was wollte ich fur einen trefflichen Redner aus ihm bilden!„ Meine Mutter, eine fleißige Haushaͤlterin, war in ihrem eignen Hauſe nicht viel beſſer als el⸗ ne Magd behandelt zu werden gewohnt; ohne alle Blldung unter den Landdirnen herangewach⸗ ſen, hegte ſie fuͤr ihren Mann, als Paſtor loci, die tiefſte Ehrfurcht, wagte es nie, ihm zu widerſprechen, und ihre hoͤchſten Lebensfreu⸗ den beſtanden darin, ihm eine Schuͤſſel vorzu⸗ legen, die ſeinen Beyfall hatte, und des Sonn⸗ tags in dem Pfarrſtuhl zu paradiren. Von ihren Pflichten als Mutter hatte ſie keine an⸗ dern Begriffe als die einer jeden andern Bauers⸗ frau. Mein PVater hatte eine verheyrathete Schweſter in der Reſidenz; ſie war Kinderlos, ein ſtolzes eitles Welb, das auf den Rang ih⸗ res Mannes(er war Kammerrath) ſich nicht wenig elnbildete. Bey einem Beſuch, den ſie


