nungsloſer als er jemals war, vor der Graͤfin zu erſcheinen, zumal da er wußte, und zwar
beſſer noch als ſie ſelbſt, wie wenig es in ihrer Gewalt ſtand, ihm eln ſicheres Unterkommen zu verſchaffen. Auch ſuchte er ſich ſelbſt zu verbergen, daß ſeine Neinung zu Emillen nicht
Leidenſchaſt, ſondern nur das Reſultat der ge⸗
pruͤften trefflichen Eigenſchaften dieſes guten
Maͤdchens war; er empfand Wohlwollen, inni⸗
ge Thellnahme, wahre Achtung fuͤr Emilien; aber keine von jenen ſchnellen Aufwallungen, die unſte Vernunft zum Stillſchweigen zwingen, und uns uͤber alle Ruͤckſichten hinaus treiben.
Seln Wort band ihn, aber er konnte ſich nicht
verhehlen, wie leichtſinnig er dieſes Wort gege⸗ ben hatte, nach der ſo ungewiſſen Vorausſetzung, daß einem Mann, wie er war, verlangte Dlen⸗ ſte nicht konnten abgeſchlagen werden. Reue, Schaam wurde jezt in ihm rege durch die kaͤl⸗ tere Ueberſicht des Schickſals, das nun ſeiner wartete, wenn er ohne gewiſſe Ausſichten beſon⸗
ders in dem gegenwaͤrtigen Augenblick, wo ein
zerſidrender Krieg immer weiter uͤber den ſchoͤn⸗ ſten Theil von Deutſchland verheerend ſich aus⸗
dehnte, zu einer Verbindung ſich entſchließe, die
nicht allein ſeine Nahrungsſorgen verdoppiln, ſondern auch zu ſeinem weiteren Fortkommen ihm unfehlbar hinderlich ſeyn wuͤrde.
Er hatte*** verlaſſen muͤſſen, weil man
ihm zu verſtehen gab, daß nach dem, was vor⸗


