Teil eines Werkes 
3. Theil (1804)
Entstehung
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Seele. er brachte ſie um die ſchoͤnſte Tugend ihres Geſchlechts, aus der alle uͤbrige entqull⸗ len— um das Bewußtſeyn ihrer Reinheit— und ſollte ſie auch einſt noch Liebe einfloͤßen, ſo muß ſie, je hoͤher ſie den Geliebten ſchaͤzt, deſto mehr an der Wahrheit ſeiner Llebe zweifeln,.. Wie niederbeugend!— Bewunderung muß alſo von nun an ihrem Stol⸗ ze, Theilnahme, Freundſchaft ihrem Herzen ge⸗ nuͤge— Lieben darf ſie nie, ſonſt iſt ſie ver⸗ lohren!.. Auguſte. Lieben darf ſie nie!..(mit be⸗ bender Stimme) Iſt das Gefuͤhl ihres Herzens, oder das Urtheil ihres Verſtandes?2 Ich. Es iſt hier blos Sache des Gefuͤhls. — Der Verſtand ſezt ſich uͤber das Vorurtheil hinaus, und ſpricht die edle Lady frey!— Auguſte war in eine ſeltſame Stimmung ge⸗ rathen; ſie wiederhohlte einigemal meine lezten Worte, ließ ihr Koͤpfchen in dle Hand ſinken, und erſt bey der Scene, wo die Lady ihre Leute entlaͤßt, kam ſie aus ihren Traͤumereyen zurück. — Ihr Geſicht glähte, ihr Buſen flog, ihre Augen ſchwammen in Thraͤnen.— Bin ich nicht ein Kind! ſagte ſie endlich, indem ſie ſich mit einem unbeſchreiblichen Relz zu mir heruͤber bog.— Sie ſind ein Engel! konnte ich mich nicht enthalten auszurufen.— Die Thuͤr un⸗ ſerer Loge ging in dieſem Augenblick leiſe auf— ein ſchoͤner Mann, in einen braunen Ueberrock

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