7 det einen ſehr mahleriſchen Waſſerfall mitten im Schloßgarten, der ohne Prunk, aber mit vieler Einſicht und Gefuͤhl angelegt iſt.
Die Einwohner ſcheinen mir fleißige, betrieb⸗ ſame Menſchen zu ſeyn: der Handel bluͤht hler, im Ganzen herrſcht Wohlſtand und Zufrieden⸗ heit. Dieſe Menſchen gefallen mir, ſie ſind weder zuruͤckhaltend, noch zudringlich; es leben hier einige Maͤnner, dle ſich um aͤußere Litera⸗ tur verdient gemacht haben; ſie werden allge⸗ mein geſchaͤzt und geſuchr, ſogar von den Kauf⸗ leuten; ein ſeltener Fall, der daher bemerkt zu werden verdient. Noch hoͤrte ich keine Klagen weder gegen den Hof, noch gegen die fuͤrſtliche Dilenerſchaft; dies kann aber bey einer ſehr wei⸗ ſen, eben ſo gut aber bey einer ſehr deſpotiſchen Reglerung der Fall ſeyn.
Es herrſcht wenig aͤußere Pracht an dieſem Hof, den man doch der Verſchwen⸗ dung beſchuldigt. Ich bin auf Morgen zu Miniſter beſchieden ꝛc. ꝛc. ꝛc.
Der Miniſter iſt ein langer ha⸗ gerer Mann; ein offizielles Laͤcheln, welches ſo genau nach Stand und Wuͤrden abgezirkelt iſt, daß man glauben ſollte, er haͤtte ſelbiges vor dem Spiegel ſtudirt, muntert auf, ohne jedoch Zutrauen zu erwecken; ſein Ton iſt decidirt und feſt, er hat Sprache und Gebaͤrden vollig in


