Erſtes Kapitel. Ludolphan Emilie*).
DDen ſiebenten Tag nach mel⸗ ner Abreiſe bin ich an dem Ort meiner Beſtim⸗ mung gluͤcklich angekommen; auch habe ich be⸗ reits die noͤthigen Beſuche abgeſtattet, und mei⸗ ne Empfehlungsbriefe abgegeben; man macht mir Hofnungen, Beſtimmtes kann ich aber dar⸗ uͤber noch nichts ſagen.
Die Reſidenz liegt am Eingang eines ſehr anmuthigen Thals, und bletet einen ſeltſamen, doch nicht unangenehmen, Anblick durch die Mi⸗ ſchung von Haͤuſern und Pallaͤſten im modern⸗ ſten Geſchmack und altgothiſchen Gebaͤuden, die bunt durch einander ſtehen. Das Schloß ſelbſt in einem edeln einfachen Styl, iſt vor wenig Jahren erſt von Grund aus neu gebaut worden; es liegt auf einer ſanften Erhoͤhung, und ge⸗ nleßt die ſeltenſte Ausſicht auf die weite Ebene von der elnen und auf das Gebirge von der andern Selte. Ein Muͤhlbach ſchlaͤngelt ſich durchs Thal, fließt durch die Stadt, und bll⸗
*) Alles, was nicht weſentlich zur Geſchichte gehoͤr⸗ te, wurde aus dieſen Briefen weggelaſſen.


