Teil eines Werkes 
2. Theil (1804)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

ſeines Freundes Entferuung nun deutlich merke, daß all ihr Einfluß verlohren gegangen ſey. Mein Entſchluß iſt nun gefaßt, ſetzte ſie hinzu, ich gehe auf meine Güter, moͤgen immerhin dieſe Menſchen meinen Gemahl und ſeine gelei⸗ ſteten Dienſte vergeſſen; in meinem Herzen wird ſein Andenken ewig ruhen, und ſein letzter Wille mir heilig ſeyn Wenn er noch am Leben wäre. Ludolph wollte ſprechen Ich weiß, was ſie mir ſagen wollen; horen ſie erſt meinen Vorſchlag... Ohnweit des Landguts, welches ich nun beziehen werde, liegt ein kleiner Meyer⸗ hof, in einem fruchtbaren reizenden Thal an den Graͤnzen von Bohmen; ſie verſtehen die Landd⸗ konomie, wenigſtens aus Buͤchern; fuͤgen ſie nun die Erfahrung hinzu; dort ſollen ſie mit Emilien ein, von den Hofkaballen, und den Launen der Menſchen unabhängiges gluckliches Leben genieſ⸗ ſen. Ludolph, innig geruͤhrt, kuͤßte ſeiner Wohlthaͤterin die dargereichte Hand, bat ſich aber Bedenkzeit aus.

Den Abend, als ſie verſammelt waren, er⸗ neuerte die Graͤfin ihren Vorſchlag und detaillirte alle Vorzuͤge des einſamen Landlebens, und ſei⸗ ner kuͤnftigen Lage. Emilie, die eben den Thee eingeſchenkt hatte, warf ſich laut ſchluchzend in ihre Arme, indeß Ludolph ernſt und nachdenkend ſeine Taſſe hinſtellte.