6 chen Reſidenz an. Ludolph, der von dem Gange des durch den Grafen beendigten Geſchaͤfis völlig unterrichtet war, wurde ſogleich zu dem Miniſier berufen. Er fand in ihm einen der wuͤrdigſten Maͤnner, der mit einem hohen Grade von Auf⸗ klaͤrung, ein warmes theilnehmendes Herz, und den leider! beinahe nur noch dem Namen nach gekonnten deurſchen Biederſinn verband. Er war des Grafen intimſter Freund geweſen, beide waren neben einander in den Geſchaͤften grau geworden; Ludolph kannte er durch des Verſtor⸗ benen Briefwechſel, und fand ihn, wie er ihm beſchrieben wurde. Auf ſeine Unterſtutzung konnte er daher bauen, und ſchon wähnte der, durch eine naͤhere Kenntniß der Menſchen uud ihrer wechſelſeitigen Verhaͤltniſſe um vieles herabge⸗ ſimmte, Schwaͤrmer am Ziele ſeiner gemaͤßig⸗ tern Wuͤnſche zu ſeyn, als der Fuͤrſt ſtarb, und ſein Nachfolger, ein leichtſinniger, ausſchweifen⸗ der, an Leib und Seele kraͤnkelnder Juͤngling, den thaͤtigen Greiß in eine, dem Scheine nach, Ehrenvolle Ruhe verſetzte, um deſſen Stelle ſei⸗ nem in jedem Betracht unwuͤrdigen Guͤnſtling zu geben.
Dies unerwartete Ereigniß benahm unſerm Ludolph jede Ausſicht zur nahen Befoͤrderung, und die Gräfin ſelbſt mußte ihm am Ende ge⸗ ſtehen, daß ſie, ſeit ihres Gemahls Tode, und
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