Teil eines Werkes 
2. Theil (1804)
Entstehung
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Emilie.(ſchmerzhaft) Und wer ſind denn dieſe Eltern! dieſe Mutter, die der Graf zum erſtenmal auf dem Sterbebette erwaͤhnte

um mich allen Quaalen einer folternden Unge⸗

wißheit Preis zu geben! Bis dahin hatte ich geglaubt, ich ſey eine fruͤhe Waiſe geweſen⸗ durch Gottes weiſe Fuͤgung in das Haus des edlen Grafen gebracht, und ein unergruͤndliches Dunkel verhuͤlle das Geheimniß meiner Geburt und nun. Ludolph! was ſoll ich glau⸗ ben? lebt mein Vater, lebt meine Mutter noch welche furchtbare Scheidewand liegt zwiſchen ih⸗ nen und ihrem Kinde, daß ſie ſeit achtzehen Jah⸗ ren nicht im Stande geweſen waͤren, ſelbige zu uͤberſteigen. oder haben ſie mich verworfen!... (ſie weint ſtille Thränen, die ſie vergeblich zu unter⸗ drücken ſucht.)

Ludolph. Troͤſte dich, liebe Emilie! vlel⸗ leicht kann uns die Graͤfin.

Emilie.(gewaltſam ihren Schmerz untere⸗ bdruͤckend) Auch ſie weiß nur wenig Geſtern noch bedauerte ſie, daß ein fuͤr mich ſo wichti⸗ ges Geheimniß mit ihrem Gemahl zu Grabe gegangen ſeyNur dies wenige habe ich von ihr erfahren: der Graf ſey einſt von einer Reiſe zuruͤckgekommen, und habe mich als ein zweijaͤhrigs Kind mitgebracht. Es iſt die Frucht einer ſehr ungluͤcklichen Liebe, habe er ihr