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fen; nichts war ſeiner Aufmerkſamkeit entgan⸗ gen;— da er aber gar keine Bekannten hatte, ſo blieb ihm bald keine andere Reſurſe als das Kaffee⸗und Schauſpielhaus uͤbrig— Man kann ſich leicht vorſtellen, daß er ſich auf dieſen beiden offentlichen Oertern einen ſeltſamen Begriff von dem Nationalcharakter der Franzoſen machte. Hier horte er nichts als Liebesabentheuer mit der frechſten Selbſtgnügſamkeit laut erzaͤhlen; auf der Buͤhne ſah er nichts als leichtfertige dialogi⸗ ſirte Anekdoten von betrogenen Ehemaͤnnern, lu⸗ ſtigen Weibern und verſchlagenen hofnungsvollen Doͤchtern vorſtellen.—(Man ſpielte damals zum Gluͤck fur ihn keine Trauerſpiele.) Was er ſah⸗ bekraͤftigte zum Theil die Bramarbaſerien prahlen⸗ der Liebesritter.— Die Logen, der Spaziergang vor dem Schauſpielhauſe wimmelten ſtets von Gruppen beiderlei Geſchlechts.— Der lebhafte Ton, in dem ſie alle ſprachen, das queckſilberichte „leldenſchaftliche Weſen der Mäaͤnner, ihre ſeltſa⸗ men Gebaͤrden, das bald ſchmachtende bald taͤn⸗ delnde Erwiedern der Weiber, uberzeugte ihn faſt⸗ daß Frankreich ein zweites Amathunta und dieſes Volkes einzige Beſchaͤftigung ſey, der Goͤttin und ihren Grazien zu opfern.— Haͤtte der gute Lu⸗ dolph gewußt, daß ein franzoſiſcher Stutzer oft mehr Gebaͤrdenaufwand macht, um einer Dame⸗ die ihm nicht ſelten hoͤchſt gleichgultig iſt, den guten Morgen zu bieten, als ein ehrlicher Teut⸗


