Teil eines Werkes 
2. Theil (1804)
Entstehung
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Freunden betrogen, von der GeliebteHier ſchwindet der Zauber in Nacht und Sturm und der große Gedanke an Grab und Ewigkeit wird zum gluͤcklichen Gegengewicht des druͤcken⸗ den Lebens, und rettet nicht ſelten den Entzau⸗ berten vom Selbſtmord!

Noch war Ludolph in jenem guͤcklichen Alter, wo alles im jungen Leben auf Senſation ſich re⸗ ducirt. Wir haben ihn, glaube ich, in Straß⸗ burg verlaſſen; bevor wir aber in der Geſchichte weiter ſchreiten, wollen wir nur noch ganz kurz bemerken, daß Ludolph auf Univerſitäten beſon⸗ ders auf die lebendigen Sprachen ſich gelegt hattez er ſprach ſehr artig italiaͤniſch, und hatte bei ſei⸗ nem Principal, einem franzoſiſchen Refuͤgie, Ge⸗ legenheit gehabt, ſich mehr noch in der franzoͤſi⸗ ſchen Sprache zu vervollkommen.

Gottlob! rief Ludolph, als der Aufwaͤrter im Gaſthof ihm ſeinen Mantelſack hingelegt hatte, und dann mit einer tiefen Verbeugung zum Zim⸗ mer hinaus huͤpfte, Gottlob! hier trift mich weder Konvenienz, noch Vorurtheil hier bin ich eiun Menſch ein freier Menſch. Der Herr Baron von Aſſen konnte hier neben mir logi⸗ ren, und wenu er noch ſo viel Geld verpraßte, ſo waͤre er doch weiter nichts mehr noch weniger

als ich ein Fremder!

In den zwei erſten Tagen hatte Ludolph dieſe groſſe merkwuͤrdige Stadt volllg durchlau⸗