Erſtes Kapitel. Ludolph in Frankreich.
Glicliches Alter! wo keine bangen Sorgen den ſtets heltern Geiſt in ſeinem kuͤhnen Flug zu Boden druͤcken; wo keine duͤſtere Ahnungen das warme Blut im raſchen Kreislauf hemmt— wo das volle weiche Herz von ſuͤſſen Gefuͤhlen uberſtroͤh⸗ mend noch nicht getaͤuſcht, betrogen, zerriſſen wurde— wo der Glaube an Menſchen und menſch⸗ liche Tugenden, und das Leben zur Seligkeit, und die Erde zum Himmel erhebt!— Jede Ent⸗ wickelung unſerer Sinne iſt ein neuer Genuß, eine wolluͤſtige Ueberraſchung— Stunden, Tage, Jahre huͤpfen im Roſengewand von Scherzen und Freuden umgauckelt laͤchelnd voruͤber— aber allmaͤhlig ſinkt der lichte Glanz, die Daͤmmerung bricht ein, der Schmetterling Phantaſie flattert ſchmerzhaft geſengt auf dem Boden, Vernunft und Erfahrung werden laut; doch lauter noch der, ach! gluͤckliche Leichter-Sinn— es wirb immer dunkler von Schurken mißbraucht, von


