Teil eines Werkes 
1. Theil (1804)
Entstehung
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Religlon und Rechtſchaffenheit eln, welche ſeine Rlchtſchnur in der großen Welt geweſen waren; des guten Greiſes Lebenslauf war weiter nichts als eine ſtille Waſſerfahrt geweſen dle Stuͤr⸗ me des Lebens kannte er nur aus Roma⸗ nen. Ludwig und ſeine Schweſter wuchſen in der Einſamkeit heran, unbekannt mit den Sitten, Gebraͤuchen, mit den Freuden, Verbrechen und dem glaͤnzenden Elend der großen Welt; ihre Geiſtesblldung war eingeſchraͤnkt, aber ihr Herz blieb rein, und ihr Verſtand von Vorurtheilen frey; als ſie ſich in der Zukunft genothiget ſahen in dieſer ſchoͤnen großen eleganten Welt zu er⸗ ſcheinen, ſo fuͤhlten ſie ſich freilich alenthalben genirt, aber eben dieſer Zwang erhoͤhte bey ihnen den Reiz des einſamen beſchaͤftigten Lebens, und ſie gewannen an wahren Lebensfreuden, was ihnen an ſchnoͤdem konventionellen Genuß ab⸗ gieng. Ludwig von Aſſen, der weit aͤlter als ſeine Schweſter war, durchlief mit Ehre ſeine milital⸗ riſche Laufbahn bis zur verdienten Wuͤrde eines General⸗»Majors; er wurde oft hart an Men⸗ ſchen gerieben, ſein argloſes Herz ließ ihm oft unfruchtbare Reue und Thraͤnen finden, da wo er Dank fuͤr eine edle That und Freuden zu aͤrnd⸗ ten waͤhnte, falſche Freunde mißbrauchten ihn, ſeine Geliebte betrog ihn um Liebe, um den Glauben an ihr Geſchlecht, aber die Achtung,

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