Teil eines Werkes 
2. Bd. (1870)
Entstehung
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Der Mann lag quer über der Straße, barhäuptig, mit ausgebreiteten Armen und mit einer tiefen klaffen⸗ den Schnitt⸗ oder Hiebwunde am Halſe.

Da ſein Poncho ebenſo wie ſein Hut fehlte, ſo konnte man ferner ſehen, daß ſein Hemde an der lin⸗ ken Seite der Bruſt ſtark blutig war, und daß, wie es ſchien, von der Bruſt ausgehend ein dunkler Blutſtrom ſich über den hellen Boden ergoß.

Käthchen's Pferd bäumte ſich und ſprang dann ſcheu auf die Seite, da, wie man ſagt, der Geruch des friſchen Blutes den Pferden zuwider iſt. Auch Kohl⸗ weg hatte Mühe, das ſeinige zu beruhigen. Nach⸗ dem ihm dies gelungen, ſtieg er ab, indem er zu Käthchen ſagte:

„Sie haben den armen Teufel ſo eben hier erſchla⸗ gen. Ich will doch ſehen, ob nicht vielleicht noch zu helfen iſt.“

Er beugte ſich über den auf der Erde Liegenden, richtete ſich aber ſogleich wieder auf und ſagte:

„Er athmet bereits nicht mehr. Sie haben ihn ſchändlich zugerichtet.“

Käthchen brachte ihr Pferd jetzt ebenfalls in die Nähe des Ermordeten und ſagte ſchaudernd:

„Es iſt ein grauſiger Anblick! Dieſe Augen, dieſe verzerrten Züge! Wie anders lagen jene Todten