14
Pferde angehalten, um zu horchen, und als ſie jetz langſam vorwärts ritten, hörten ſie, daß, dem Laute nach, ein einzelner Reiter ihnen entgegenkam und faſt gleichzeitig der Lärm oder das Geſchrei verſtummte.
Was aber auf ſie zukam, war kein Reiter, ſondern ein herrenloſes lediges Pferd, welches wie raſend an ihnen vorüberjagte und dem in einiger Entfernung drei Reiter in nicht geringerer haſtiger Eile folgten.
Das ledige Pferd rannte dicht an ihnen vorüber, die drei Reiter aber lenkten auf die andere Seite der Straße ein, als ſie die beiden ihnen Entgegenkommen⸗ den bemerkten, ſie beugten ſich vorwärts auf den Hals ihrer Thiere, und trotz des heftigen Lärms, der kurz vorher ſtattgefunden hatte, waren ſie jetzt ſtumm ge⸗ worden.
Faſt ſchien es, als ſei ein Vierter, Unſichtbarer unter den Dreien geweſen, der ſie zu ſo haſtiger Eile antrieb und ſie plötzlich ſtumm werden ließ.
Das vielleicht, was man in den finſtern, alten Zei⸗ ten das böſe Gewiſſen zu nennen pflegte.
Als Kohlweg und Käthchen an die Stelle ge⸗ kommen waren, von welcher jener Lärm ausgegangen ſein mochte, fanden ſie einen Vierten, der ebenfalls ſtumm war, einfach aus dem Grunde, weil man ihn einige Augenblicke vorher getödtet hatte.


