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Zwiſchen den Klagerufen, welche bei jedem neuen, halbwegs heftigen Stoße gehört wurden, erſchollen die Stimmen ängſtlich ſich Suchender, welche vielleicht ge⸗ flohen waren, ohne an ihre Angehörigen zu denken, oder Solcher, welche bei dem wirren Gedränge ſich erſt außerhalb der Stadt verloren hatten.
Väter riefen laut die Namen ihrer erwachſenen Söhne, Mütter ſuchten wehklagend nach ihren Kleinen, und Kinder, welche von ihren Aeltern getrennt worden waren, riefen weinend nach der Mutter.
Mitten unter dieſen jammernden Menſchen ſtanden ihre treuſten Begleiter, die Pferde, in Gruppen zuſammen⸗ gedrängt und zitternd, und die Hunde, heulend und Hülfe und Schutz ſuchend bei Hülfe⸗ und Schutzloſen.
Noch grauenhaftere Töne indeſſen als dieſes Jam⸗ mergeſchrei von Menſchen und Thieren hörte man in jener Schreckensnacht.
Der unterirdiſche Donner, den, wie man ſich viel⸗ leicht erinnert, Inez mit der Stimme des Satans ver⸗ glichen hatte, brüllte in den Tiefen der Erde, den ſtär⸗ kern Erſchütterungen vorhergehend, ſie begleitend oder ihnen folgend, noch grauſiger aber klang der Ton der Glocken aus der Stadt.
Wer läutete dieſe Glocken in der von Menſchen verlaſſenen Stadt?


