Teil eines Werkes 
1. Bd. (1870)
Entstehung
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nennt, mehrere Pferde ſchnaubend und zitternd, aber unverletzt, auf einen Haufen zuſammengedrängt ſtehen.

Das Mädchen ſattelte für ſich raſch eins derſelben und ließ dann die Thür der Umzäunung offen ſtehen.

Für jetzt verlaufen ſie ſich nicht, ſagte ſie,und finden Sie Ihr Pferd nicht, ſo holen wir eins der unſerigen für Sie. Kehrt aber das Erdbeben wieder, ſo mögen die armen Thiere ſich retten, ſo gut ſie können.

Sie fanden indeſſen das Pferd Kohlweg's in der Fonda. Die Bewohner der letztern hatten ſämmt⸗ lich ihr Heil in der Flucht geſucht, und der junge Mann und ſeine Retterin folgten ihrem Beiſpiele.

Ein leichter Erdſtoß hatte ſich inzwiſchen wieder gezeigt und vermehrte die Eile der Flüchtigen, welche gleich ihnen nach außen zu kommen ſuchten, theils zu Pferde, theils zu Fuß, beladen mit nöthigem und un⸗ nöthigem Gepäck, häufig aber auch ohne beides.

Es ſah traurig aus in der Stadt.

Hier und da lag ein Todter oder Sterbender auf der Straße, dem aber Hülfe zu leiſten der eigenen Noth halber nicht möglich war.

Herrenloſe Pferde und Hunde rannten an ihnen vorüber, und bisweilen drangen Hülferufe aus der Ferne zu ihnen.