Teil eines Werkes 
1. Bd. (1870)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

21

Im Buche des Schickſals ſchienen indeſſen andere Beſtimmungen verzeichnet zu ſein.

Kohlweg und die ſchwarze Crescenz küßten ſich be⸗ reits vor den Leuten, als ein junger Mann im Städtchen erſchien, welcher Zacharias Zeckel hieß und ein Schnei⸗ dergeſelle war.

Dieſer Name hatte freilich keinen beſonders ro⸗ mantiſchen Klang, und über das Schneiderhandwerk ſpöttelt man von den älteſten Zeiten bis auf den heu⸗ tigen Tag, zuverläſſig aus ſehr ſchwachen oder gar nicht vorhandenen Gründen, und ſolches geſchieht ſo⸗ gar häufig von Perſonen, welche den größten Theil ihrer erhöhten, ſonntäglichen Bildung eben nur ihrem Schneider verdanken.

Daß aber der junge Mann Zacharias hieß und ein Schneider war, war auch das Schlimmſte, was man ihm nachſagen konnte, denn im Uebrigen war er ein vollkommener Gentleman.

Groß und hübſch gewachſen— größer wie Kohlweg— trug er Haupthaar und Bart ſtets nach der herrſchen⸗ den Mode; ſelbſtverſtändlich war ſeine Kleidung eben⸗ ſo modern, ſeine Wäſche untadelhaft, und in ſeinem Benehmen hatte er ein gewiſſes Etwas, was die Frauen reizend, die Männer unausſtehlich fanden.

Dieſe letztern nannten ihn daher häufig den Baron