Teil eines Werkes 
1. Bd. (1870)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

M

17

Begräbniſſe, und meine Papiere zeigen deutlich, daß Sie ſich keinen Pfennig unrecht zugeeignet haben.“

Jakob vergoß bittere Thränen und ſtreichelte dem alten Manne die Wangen, indem er ſchluchzend rief:

„Sterben Sie nicht, lieber Herr Mauſert, ſterben Sie nicht, es preſſirt nicht ſo ſtark! Ich bleibe bei Ihnen und wir werden ſchon auf etwas verfallen, um wieder zu Geld zu kommen.“

„Guter Kerl“ ſagte der Advocat,„ganz guter Kerl, aber es thut's deswegen doch nicht mehr. Mein lieber Scherflein, wenn Sie ſpäter einmal ebenfalls ſterben, ſo denken Sie an mich. Man ſtellt ſich den Tod ganz anders vor, als er in Wirklichkeit iſt, theils ſchlimmer, theils beſſer, und ich glaube, wem es einmal ſo zu Muthe iſt, wie mir gegenwärtig, der mag gar nicht mehr länger leben. Ich bin begierig, ob Sie das auch ſo finden. Aber ich will Ihnen, Ihre Zukunft betref⸗ fend, noch einen Rath geben, den ich auf dieſe Stunde verſpart habe, und der Ihnen von größtem Nutzen ſein wird. Werden Sie—“

Mauſert ſah bei dieſen Worten ſeinen Schützling ſo ernſthaft an, wie dieſer es nie vorher bei ihm bemerkt hatte, und gleichzeitig kam er Jakob plötzlich wenig⸗ ſtens um zehn Jahre älter vor. Was aber Jakob wer⸗ den ſollte, ſagte er nicht mehr, denn er war geſtorben.

v. Bibra, El paso de las animas. I. S