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einmal den braven Menſchen irre zu leiten!“ Hier unterbrach er ſich ſelbſt, mit einem beſorgten Blicke auf Frau von Arne⸗ feld, und ſetzte dann hinzu:„Wüßte ich Fanny ſo glücklich, als ihre Schweſter, ſo würde ich ruhig ſterben, wenn Gott ruft. Aber ſie wird bei ihrem Charakter wohl ſchwerlich heira⸗ then. Ich weiß auch nicht, ob ich es ihr wünſchen ſoll, denn wenn ſie nicht einen Mann findet, der ſie ganz verſteht und ihr tiefes, aber reizbares Gemüth zu pürdigen weiß, ſo würde ſie in der Ehe namenlos unglücklich werden!“
„Wir glaubten ſchon, Herr von Haug—“ äußerte Frau von Arnefeld.
„Beſte Freundin, welche Idee! Das iſt Beiden wohl nie eingefallen!“
Laura war verſtummt, ihr Auge hatte einen wunderbaren Glanz angenommen, ihre Wangen jene lichte Färbung, welche von tiefer, innig zufriedener Bewegung zeugt. In dieſem Au⸗ genblicke wurde Haug gemeldet, Eberhard Haug, er kam von langer Reiſe zurück. Als er eintrat, begegnete ſein Auge zuerſt Laura's, es lag in dieſem gegenſeitigen Blicke eine Freude des Wiederſehens und auch eine Frage—
Haug brachte von ſeinen Freunden den Ausdruck ihrer herzlichen Freude, daß endlich ihr Wunſch doch erfüllt werden ſollte. Er ſelbſt hatte nur mit ſeinem Vater noch einige wich⸗ tige Verabredungen zu treffen, dann wollte er nach Moosring zurückkehren, und bat um Erlaubniß, Frau von Arnefeld be⸗ gleiten zu dürfen. Sie blickte auf den Kammerherrn.
„Erlaube!“ ſagte dieſer und rieb ſich fröhlich die Hände. „Ich begleite die Damen. Indeſſen wir nehmen Dich noch an.


