Salvator. 297
kannt hatte, wie die abgefallenen Geiſter den Herrn des Him⸗ mels verläugnen und doch vor ihm zittern. Aber ſorgt nicht! Er bringt es nicht mehr zu Stande. In ſeiner Seele lebt die Ueberzeugung ſchon, und wenn erſich auch Zeitlebens noch ſträubt, ja im Aeußern den Schein der ſeligen Ruhe und des Herzens⸗ friedens, der ihm einſt alle Gemüther unterworfen, wiederge⸗ winnt— es kommt doch unausbleiblich der Tag und die Stunde, wär's auch ſeine letzte! wo er bekennen muß, daß er dem Geiſte der Lüge gedient.
Es war ihm nun alle Dispoſition über das Vermögen des verſtorbenen Landſtallmeiſters von Arnefeld genommen, ja, es handelte ſich jetzt darum, ob daſſelbe in ſeiner Hauptmaſſe für den urſprünglich angegebenen Zweck beſtimmt bleiben werde. Zu dem Nachlaſſe der unglücklichen Schramm gehörte noch ein verſiegeltes Schriftſtück, welches ſie ihrem alten Freunde und Mitdiener Schepke in Verwahrung gegeben hatte, dieſer lieferte es ein, und die Behörde ließ es eröffnen. Es enthielt eine Aus⸗ fertigung des ſchon bekannten Teſtaments, mit einem Codicill, in welchem weſentliche Abänderungen feſtgeſetzt waren. Anſehn⸗ liche Kapitalien blieben immer noch zu wohlthätigen Zwecken beſtimmt, die Verwandten des von Arnefeld erſchoſſenen Kna⸗ ben, ebenſo ſeine alten Diener waren reichlich bedacht, aber der Hauptſtock ſeines Vermögens ſollte den Kindern ſeines Sohnes gehören, ihn ſelbſt hatte er noch immer ausgeſchloſſen. Schra⸗ der war dann ſchließlich für jenen zu wohlthätigen Zwecken beſtimmten Fonds wiederum mit unumſchränkter Dispoſition als Verwalter beſtätigt worden.— Wie das Teſtament in die Hände der alten Frau gelangt, ob ſie ſich deſſen auf diebiſchem Wege bemächtigt habe, war nach ihrem Tode nicht mehr zu ent⸗


