Teil eines Werkes 
2. Bd. (1851)
Entstehung
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296 Salvator.

weilte Laura im Geiſte mit ihnen in dem Kreiſe, der nun für ſie ſelbſt auf immer verloren war. Denn ſie konnte in ihren freudloſen Gedanken kaum hoffen, daß ihre Mutter das Ver⸗ ſprechen, während des Sommers Schloß Moosring in den Al⸗

pen zu beſuchen, werde löſen können. Die arme Frau vermochte

kaum über einen Tag hinaus zu denken, ſo ſchwach war ihr Kopf, nur eine Erinnerung hielt ſie feſt, das war die Zuſam⸗ menkunft mit dem Manne, den ſie den Freund ihrer Seele ge⸗ nannt. Mit dieſer Stunde war Alles zuſammengeſtürzt! Seine Pläne in Bezug auf ſie ihr Vertrauen!

Grade ihr überreiches Gefühl, durch welches er die Herr⸗ ſchaft über ihre Seele gewonnen hatte, war nun die Klippe ge⸗ worden, an welcher er in ſeinem letzten Momente geſcheitert. Wie ihn bei ſeinen allgemeinen Plänen für einen neuen, von allen Schranken und Feſſeln freien Zuſtand der Dinge die Wirklichkeit zu Schanden gemacht, weil er den einzigen Angel⸗ punkt, wo der Hebel des Archimedes möglich wird, verkannt hatte, wie dort im Allgemeinen die Unkenntniß der menſchlichen Natur, war es hier im Beſondern die Unkenntniß des weibli⸗ chen Herzens, in welcher er Frau von Arnefeld ſo tief verletzt, daß ſie gleichſam mit eigner Hand im Schmerze die Binde ab⸗ geriſſen hatte, welche ihre Augen bisher umhüllte.

Er ſelbſt verlebte böſe Tage. Zwar glaubte er den Moment der Schwäche, der ihn hinriß, dort Rath und Hülfe zu ſuchen, wo er längſt abgeſagt, überwunden zu haben, er ſammelte nur um ſo trotziger die Trümmer ſeines Syſtems, das der Blitz⸗ ſtrahl zerſchellt, und war eifrig bemüht, ſich wieder ein Wetter⸗ dach und einen Blendſchirm gegen die Sonne der Wahrheit zu bauen, deren Schein er läugnete, obwohl er ihn bereits er⸗