Salvator. 295
ſter des im Duell Gefallenen ſo wichtig war und nun in ihren Beſitz zurückkehrte.
Wie zufrieden erzählte Haug ſeinen Freunden, vor welchen er kein Geheimniß hatte, Alles, was ihm gelungen war, an dem letzten Abende, den er mit ihnen in Berlin ver⸗ lebte! Die Rheinberg'ſchen Schweſtern waren bei Frau von Arnefeld, um Abſchied zu nehmen. Dieſe war von ihrer Krank⸗ heit noch nicht ganz geneſen, und alle die Nachrichten, welche man von den Vorgängen in Sielitz hatte, durften ihr nicht mitgetheilt werden. Unnütze Vorſicht!— Laura ſah nun auch die Letzten ſcheiden, deren Umgang ihrem verödeten Leben noch eine milde Färbung verliehen hatte, ſie behauptete ihre Faſſung heut nur mühſam, und wohl war ſie in den langen Stunden ihrer Einſamkeit nun zu der Erkenntniß gekommen, daß die Kraft des Verſtandes nicht ausreicht in allen Lagen des Le⸗ bens. Heut kränkte ſie beſonders noch, daß Fanny, welche ihr doch die alte zärtliche Liebe zeigte, ihr dennoch das volle Ver⸗ trauen vorenthielt und über ihr Glück beharrlich ſchwieg. Beim Abſchiede mußte ſie wenigſtens fühlen laſſen, daß ſie nicht ge⸗ täuſcht zurückblieb. Meinen Glückwunſch von Herzen!“ ſagte ſie ihr.
Fanny blickte ſie erröthend und überraſcht an.„Wozu—?“
Meinſt Du wirklich, daß ich Allem ſo fremd geblieben bin? Dein Vater wird Euch bald folgen!“
„Du weißt—“ rief Fanny freudig.„Du haſt erra⸗ then—?“
Laura's Stolz ließ es zu keiner weitern Erklärung kom⸗ men, Emma trat hinzu und ſie ſchieden. Den ganzen Abend


