Teil eines Werkes 
2. Bd. (1851)
Entstehung
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Salvator. 293

Trotzig benahm ſich die alte Frau, welche bei dem Tumult der Arbeiter betheiligt geweſen war, vor Gericht, ſie machte Con⸗ nexionen geltend, welche die Richter in Verlegenheit ſetzten, es kamen dabei manche ſonderbare Dinge halb angedeutet vor denn ihre Kunſt und Verſchwiegenheit war in ihren beſſern Zei⸗ ten mehrfach in Anſpruch genommen worden. Es machte Auf⸗ ſehen, daß ſie Einen von den Haug's zu ſprechen wünſchte, und daß der Oberſt, dem es mitgetheilt wurde, ſich auch einſtellte. Da forderte ſie ihn geradezu auf, zu helfen, da ſie ſonſt gegen ſeinen Sohn denunciren werde, er ſolle ſich nur einer gewiſſen Brillantnadel erinnern! Der Oberſt war ſeines Sohnes zu gewiß, um ſich ſtören zu laſſen, doch ging er mit einer ihm ſonſt wenig eignen Behutſamkeit auf ihre Rede ein und ſie verwickelte ſich in ihren Lügen ſo, daß ſie endlich mit einer verzweifelten Rückſichtsloſigkeit Alles geſtand. Ja! Sie hatte in der kleinen Reſidenz, wo ſich die traurige Geſchichte zugetragen, gewohnt und, von einem Geſchäftsgange in ihrer Praxis heimkehrend, das Duell mit angeſehen als dann der Mann, welcher den Königſchuß gethan, entflohen war, hatte ſie, um zu helfen, den Gefallenen unterſucht, der war aber todt geweſen und da er, wenn ſie ihn im Buchwalde verlaſſen hätte, doch beſtohlen worden wäre, ſo hatte ſie ihren Vortheil an Pretioſen und Baarſchaft nicht wollen liegen laſ⸗ ſen. Die Brillandnadel war dann von ihrverkauft worden, und zwar an denjenigen, der ſich ihr Schweigen theuer erkaufen mußte. Auf welche Weiſe ſie ſpäter in die Hände des Pfand⸗ leihers gekommen war, wußte ſie nicht, der Oberſt aber konnte es leicht denken.

Papiere hatte der Erſchoſſene auch bei ſich gehabt, ſie hatte