292 Salvator.
Durch die Alte wußten ſie nun, woher das Geld kam, das ihnen Schrader immer gab, und zu welchem Zwecke es ihm vermacht war. Sie wollten es jjetzt fordern, alles auf ein⸗ mal, und theilen. Vergebens ſuchte die Alte ſie zu beſchwichti⸗ gen, ihr wurde jetzt bange vor den Folgen ihrer Klatſcherei, ſie ſtellte den Leuten vor, daß ſie nicht allein das Recht auf
jenes Geld hätten, ſondern daß noch Viele davon empfangen
ſollten. Umſonſt! Ein wildes Geſchrei übertäubte ihre Rede und nur die Nächſten ſchüttelten die Köpfe, das waren zufäl⸗ lig ein Paar Vernünftige. Sie konnten den ſich fortwälzen⸗ den Schwarm nicht aufhalten, aber unterwegs, wo er ſich zer⸗ theilte und Einzelne ruhigen Vorſtellungen zugänglicher wur⸗ den, gelang es ihnen doch, ſich Gehör zu verſchaffen, und noch ehe die erſte halbe Meile zurückgelegt war, ſonderte ſich ein Theil ab, der immer größer wurde, bis ſich endlich die Exaltirte⸗ ſten zu ſchwach fühlten, den Plan auszuführen. Es entſtand nun unter den Leuten ſelbſt Gezänk und Schlägerei, welcher durch die Gendarmen, die unterdeſſen aufgeboten worden waren, ein Ende gemacht wurde. Bei den zahlreichen Verhaf⸗ teten befand ſich auch die alte Frau— ſie verfielen dem Richter.
Wenn die bethörten Menſchen ihren Zug wirklich ausge⸗ führt hätten, ſie würden dennoch den Zweck deſſelben nicht er⸗ reicht haben. Der Mann, den ſie ſuchten, von dem ſie durch Gewaltthat das ganze ihnen gehörige Vermögen erpreſſen wollten, befand ſich nicht in Sielitz. Die Unterſuchung, wel⸗ cher er ſich wegen des unglücklichen Todes der Schramm un⸗ terworfen hatte, war bereits eingeleitet, alle Dispoſition über die gefährliche Geldmacht, die ihm zu Gebote ſtand, war ihm vorläufig entzogen.
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