Teil eines Werkes 
2. Bd. (1851)
Entstehung
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288 Salvator.

Dorfe, nur ein fremder Hund trieb ſich umher und eult⸗ von Zeit zu Zeit in widrigen Tönen.

Schrader nahte ſeinem eignen Hauſe, die Hofthüre war offen, er glaubte durch den geſchloſſenen Fenſterladen ſeines Stübchens einen ſchwachen Schein zu bemerken wachte Anne noch? Er wollte ſie belauſchen, leiſe ſchlich er unter die Fen⸗ ſter, trug den großen Stein, der an der Ulme lag, mit An⸗ ſtrengung dahin, ſtieg hinauf und ſah durch die Spalte des Ladens. Sein Auge ſuchte lange in dem Halbdunkel, welches die tiefherabgezogene Flamme des Lämpchens nicht erhellen konnte endlich! Dort in der Ecke kniete ſie. Was? Hatte wirklich der Hauch der Glaubensſtrenge, deſſen Urſprung ihm wohlbekannt war, ſie ganz wieder verwandelt und all' ſeine Lehren von vernünftiger Religion hinweggeweht? Schon einſt hatte er ſie belauſcht mit gefaltenen Händen, leis bebenden Lippen und inbrünſtigem Aufwogen des Buſens im Gebete für ihn!! Fand er ſie jetzt in einer Bußübung? Er blickte ſchärfer hin, ſein Auge konnte nun erkennen, daß ſie über den Kaſten gebeugt war, der all' ſeine Papiere enthielt der Deckel ſchien offen zu ſtehen. Außer ſich ſtürzte Schrader in das Haus, an die Stubenthüre, ſie war verriegelt, ein Fuß⸗ tritt des Zornes ſprengte ſie, er ſprang über die Schwelle. Da, von dem Kaſten aufblickend, mit ſchrecklichem Auge, das Antlitz von Hohn und Wahnſi inn entſtellt, lachte ihm eine ganz Andere entgegen, es war die Großmutter, welche ihre Beute mit raſchen Griffen an der Bruſt verbarg, um ſie nur mit dem Leben zu laſſen. Schrader rief ſie drohend an, faßte ihren Arm und wollte ihr den Raub entreißen, ſie vertheidigte ſich mit dem ſchweren Schlüſſelbunde ſchon rieſelte ihm