Teil eines Werkes 
2. Bd. (1851)
Entstehung
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Salvator⸗ 283

ihr ausdrücklich geſagt, daß er ſie ſelbſt von Haug gekauft habe. Eberhard hatte ſich auf ihre Schonungsloſigkeit nicht einmal vertheidigt ob er nun den Mann, der ihn verrathen, auf⸗ geſucht hatte? Schepke, der Diener ihrer Mutter, war von ihr auf Erkundigung ausgeſchickt worden, hatte aber die Nachricht gebracht, daß der Schutzmann Neumann auf ſein Anſuchen entlaſſen worden und von Berlin weggezogen ſei. Ebenſo ſchien Haug nicht in Berlin anweſend.

Hatte ſie nun, wie es den Anſchein gewann, keine Be⸗ gegnung unangenehmer Art mehr zu fürchten, ſo mußte ihr Gatte einen ſolchen Kelch bis auf die Hefen leeren. Gleich bei

ſeiner Ankunft hatte er ſich zu dem mannhaften Entſchluſſe erho⸗

ben, das Unangenehme abzuthun, um dann ungeſtört leben zu können. Erſuchte daher ſeinen Sohn auf. Rudolf, welcher trotz aller Zwiſtigkeiten, die ihn leider oft über die Grenzen kindlicher Ehrerbietung hinausriſſen, ſeinen Vater herzlich liebte, erſchrak bei ſeinem Anblicke! Wie alt war er geworden, wie ſchrecklich alt! Beide umarmten ſich ſtumm, und es währte eine Weile, ehe ſie ſich ausſprechen konnten. Arnefeld erfuhr nun wenigſtens zu ſeiner Beruhigung, daß Laura die Werbung des reichgewordenen Schifferſohnes zurückgewieſen habe, er hörte mit einem Antheile, der ihn ſelbſt hätte in Verwunderung ſetzen können, was ihm Rudolf von ſeiner Mutter erzählte, wie ſie in der kleinen Stadt gelebt, wie ſie ſich einſchränken müſſe.

Ich will ſie beſuchen! rief Arnefeld gerührt.Führe mich hin wir wollen wenigſtens nicht im Unfrieden fortleben. Manches wäre vielleicht beſſer unterblieben, indeſſen iſt es nun einmal geſchehen. Rechnet übrigens darauf, meine Kinder, daß Euch nichts entzogen werden ſoll, ich muß dafür ſorgen. Es

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