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aber jetzt wieder ſeinem Comfort leben, und wenn er es ſehr wünſchte, erhielt er auch bisweilen Erlaubniß, zu Hauſe zu bleiben oder ſich anderswo, als ſeine Frau, zu unterhalten. Man ſah ihn beſonders viel bei den Kunſtreitern.
Momente gab es freilich für Adelheid, in denen ihre Ge⸗ danken faſt gewaltſam aus dieſem Spiel der Sinne und der Eitelkeit auf den Ernſt des Lebens zurückgeführt wurden, Mo⸗ mente, in denen ſich ihrem Geiſte ganz andere Bilder darſtell⸗ ten, und ein ſolcher Moment war es auch, als ſie Leo Rhein⸗ berg wiederſah, gegen welchen ſie ein Gefühl drückenden Un⸗ rechts im Herzen trug. Aber Leo, was auch innerlich ihn be⸗ wegen mochte, begegnete ihr in längſt gewonnener Selbſtbeherr⸗ ſchung ſo unbefangen, daß ſie den Eindruck ſchnell überwand. An Lympius dachte ſie freilich oft, und es machte ſie immer mit ſich ſelbſt uneins, doch ſuchte ſie ſich trotz ihrer beſſern Ueberzeugung einzureden, daß er dennoch im Wahne ſchwärme⸗ riſcher Ueberſpannung nur das Werkzeug einer fanatiſchen Par⸗ tei und alſo nicht für ſie eine mahnende Autorität ſei. Darin aber, daß ſie jedesmal bei dem Gedanken an Lympius von Unruhe und Trauer ergriffen wurde, lag ſchon die Gewißheit einer Kataſtrophe, wenn einſt das Gaukelſpiel, in welchem ſie noch lebte, zerronnen ſein würde.
Intereſſant war es Adelheid geweſen, zu erfahren, was ihre im Triumph der Vergeltung gegen Haug ausgeſprochene Nach⸗ richt über die Perſon des Mannes, der gegen ihn ein lebendi⸗ ges Zeugniß war, für Folgen gehabt. Sie wußte ja von dem Betheiligten aus ſeinen beſſern Tagen, daß er mit Haug an jenem kleinen Hofe ſehr liirt geweſen, er hatte ihr einmal eine gewiſſe Brillantnadel halb im Scherz zum Kauf angeboten und


