Teil eines Werkes 
2. Bd. (1851)
Entstehung
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Salvator. 281

gelten können, indem er für ſie kämpfte mit dem Feinde ihres

Seelenfriedens. Aber die Zeit verrann, Adelheid fühlte

ſelbſt, daß ihres Bleibens hier nicht länger ſein dürfe. Sie hatte ihn wieder geſehen, ſie wußte, daß er ſie nicht vergeſſen hatte, daß ein dankbares und liebendes Herz auf Erden für ſie ſchlug, und ſo ſchied ſie ruhiger, als ſie gekommen war. Er mußte ihr verſprechen, ſie in Berlin zu beſuchen, wo ſie künftig mit ihrem Gatten zu wohnen gedachte. Dieſem ſtellte ſie Lympius, welcher ſie bis an den Wagen begleitete, vor. Sie hatte ihm ſchon früher wenigſtens ſo viel geſagt, daß er in dem Umwege ihrer Reiſe nicht eine bloße Laune ſah. Den Prediger Hartmann zu beſuchen war ihr in der jetzigen Stimmung unmöglich, ſie ſah mit einer wahren Furcht nach dem Pfarrhauſe hinüber, ob der alte ſtrenge Mann nicht her⸗ austreten werde. Als ſie im Wagen ſaß, ſchenkte ſie dem Sohne ihres Herzens noch einen letzten ſeelenvollen Blick, dann fuhr ſie hinaus in die froſthelle Ferne, welche nur zu bald den le⸗ bendigen Quell des Lebens, der ſich in ihrer Bruſt geregt hatte, wieder erſtarren ließ. Da war es vorzüglich das Wie⸗ derſehen ihrer Mutter und die Einführung in deren geſell⸗ ſchaftliche Kreiſe, welche ſie dem Elemente, das ſie das ihrige nannte, zurückgab. In dieſem hüpfte das Blut in leichtern Wellen, hier fühlte ſie elektriſch wirkende Anregung, hier ſpru⸗ delte Perlenſchaum des Augenblicks, der, raſch genoſſen, dop⸗ pelt ſüß war. Noch hatte ja ihr Auge ſeinen Glanz, ihr Geiſt ſeine Elaſticität nicht verloren: ſie wurde ſchnell eine gefeierte neue Erſcheinung der Salons, welche nach dem Carneval der Erfriſchung bedurften. Lida war vollkommen wieder in ihrem Elemente und Arnefeld war der Mann der Frau. Er durfte

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