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mit dieſen Farben war recht im Geiſte der Frau, welche vor ihrer Tochter ſaß in einer Rolle, die ſich in dem leichtfertigen Zuſchnitt gewöhnlicher Lebensverhältniſſe eher umgekehrt fin⸗ det; ſcheinbare Unbefangenheit, die etwas verbergen will vor einem ſtreng prüfenden Blicke!
Möglich war das aber nicht mehr— wenn Laura auch nicht wußte, daß ihre Mutter dieſen Brief erſt ganz vor Kur⸗ zem erhalten und ihr verheimlicht hatte, folglich wohl aus Ur⸗ ſachen, ſo hatte ſie doch durchſchaut, daß eine Verbindung, von welcher die Tochter ihre Mutter losgeriſſen glaubte, geiſtig noch beſtand und Ausſprüche, wie die kürzlich von ihr gehörten, nur die wörtliche Wiederholung von Empfangenem waren, das ſie gleichſam in ihr eigenes Fleiſch und Blut verwandelt hatte. Wie nun die Gedanken auf räthſelhafte Weiſe aufſteigen und überſpringen, ſtand auf einmal Leo Rheinberg vor Laura's Seele. Nicht die plumpe Geſtalt mit dem ſtarken Kopfe und der langen häßlichen Naſe, welche ſie immer hatte anſehen müſſen, ſeine Perſönlichkeit beſchäftigte ſie nicht, ſondern ſie ſah dieſelbe nur als Hauptfigur im Vordergrunde eines Bil⸗ des, das die kleine Kirche von Sielitz mit den Gruppen der Landleute umfaßte, welche ſich des Sonntags dort bildeten. Und die Worte, welche ihr jetzt ungerufen im Gedächtniß er⸗ wachten, Leo's Worte über den jungen Prediger waren es wohl, die jene Weenverbindung erzeugt hatten:„Ich halte ihn für einen gefährlichen Mann, er giebt ſeinen Zuhörern keine geſunde Speiſe.“ So war ſein Urtheil über ihn geweſen, und Laura gab ihm jetzt aus Ueberzeugung Recht!
Sie hatten den Winter ſehr einſam verlebt, eine Wie⸗ derwereinigung der Herzen war zwiſchen ihnen deshalb doch
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