Teil eines Werkes 
2. Bd. (1851)
Entstehung
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Salvator. 15

Sie iſt nicht da, Aloys! ſagte er, die ungeduldigen Ponies zu langſamerer Gangart verhaltend.

Nein, Junker Hugo, erwiederte der alte Lakai phleg⸗ matiſch, ohne die gekreuzten Arme aus einander zu nehmen.

Aber warum nicht, Aloys? fragte Hugo verdrießlich.

Sie wird halt wo anders ſein.

Auf dieſe allerdings ziemlich begründete Erklärung ſchnalzte Hugo, ſich aller Sorgen entſchlagend, mit der Zunge, und die kleinen ſchwarzen Pferde griffen wieder aus, als wollten ſie ihre halbe Stunde Poſtzeit richtig einhalten.

2.

Du haſt ſo viel Briefe wieder? fragte Laura an einem der folgenden Tage, als ſie von einem Gange nach der Stadt heimkehrte und Couverts und beſchriebene Blätter auf dem Tiſche liegen ſah, vor welchem ihre Mutter, tief in die Lectüre verſunken, ſaß.

Nein, liebes Kind! antwortete ſie mit einer Stimme, die wie eine nachvibrirende Saite klang.Es ſind Briefe aus einer frühern Zeit, die ich einmal wieder geleſen und geordnet habe ſie lagen in einem häßlichen Durcheinander.

Laura bemerkte zwei abgeſonderte Partien von Schriften auf dem Tiſche, an dem oberſten Briefe der einen erkannte ſie die großen, deutlichen Schriftzüge ihres Vaters: Meine ange⸗ betete Emilie! Das Herz erbebte ihr, doch es waren längſt