Teil eines Werkes 
2. Bd. (1851)
Entstehung
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Salvator. 11

ſchien aber eine unnöthige Beſorgniß zu ſein, welche ihn ſchonte, denn von Verlegenheit, als er der ſchönen Fremden, die er mit der heiligen Cäcilie verglichen, vorgeſtellt wurde, war auch nicht die kleinſte Spur zu erblicken. Er ſprach ſo frei und ungezwungen mit Laura, als ſei er ſchon Jahre lang mit ihr bekannt, erzählte ihr, das er in Mailand einmal ein kleines Bild geſchenkt bekommen habe, daß ihr ganz ähnlich ſei, darum habe er ſie auch heut früh ſo anſchauen müſſen, und ſeine Ponies rühmte er, die ihr wohl gefallen haben wür⸗ den, lud auch ganz auf ſeinen Kopf Laura nach Moosring ein wo das ſei und wem es gehöre, blieb ihr überlaſſen, zu erkunden.

Hugo war ſein Name; die alte Dame, welche ihn mitge⸗ bracht hatte, war die Schweſter ſeines Vaters, der jetzt in der Nähe eins ſeiner zahlreichen Güter bewohnte. So erzählte ſie. In der böſen Zeit, wo die großen Städte überall die Krater der vulkaniſchen Ausbrüche bildeten, unter denen ſo viel Glück und Heil begraben worden iſt, waren auch die ſtillen Dörfer und die entfernten Landſtriche, in denen ſich ſonſt noch der ſchlichte fromme Sinn, Recht und Unrecht auch ohne ſpitzfindi⸗ ges Deuteln zu unterſcheiden, am meiſten erhalten hatte, nicht ganz von den Erſchütterungen verſchont geblieben aber die Beſitzungen des Freiherrn Moos, weitverzweigt, wie ſie waren, hatten ſich geſund bewährt.

Geſund ſag' ich, äußerte ſeine Schweſter,denn wo kein Krankheitsſtoff vorhanden iſt, da wirkt die Anſteckung nicht, auch wo ſie in der Luft liegt.

Aber gab es denn auf dieſen Gütern keine Armuth, keine

Habſucht, waren die Menſchen denn alle ſo vortrefflich, daß