Teil eines Werkes 
2. Bd. (1851)
Entstehung
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10 Salvator.

baskiſche Troddelmütze von den ſchwarzen Locken und grüßte Laura, der Lakai that desgleichen, indem er ſeinen ſchneeweißen Kopf entblößte. Laura dankte etwas befremdet, ſie kannte den Knaben nicht, und im Norden grüßt man nicht einmal Men⸗ ſchen, die man kennt, wenn ſie nicht vorgeſtellt ſind: von dem freundlichen Entgegenkommen im Süden hatte ſie noch keinen Begriff.

Mit einem Lächeln, welches das angenehme Geſicht des Kleinen noch herziger machte, blickte er zum zweiten Male em⸗ por, und griff dann nach der Peitſche, welche neben ihm ſtand. Auf dieſe wohlbekannte Bewegung ſprangen die beiden ſchwar⸗ zen Ponies hoch aufſetzend in das Zeug und liefen dann, ihre kurzgeſchornen Mähnenkämme ſträubend, im geſtreckten Galopp davon, daß der Lakai, welcher ſich deſſen nicht verſah, faſt hintenüber fiel. Auf all' die unerquicklichen, verſchraubten und zerriſſenen Gedanken, in welchen ſich Laura's Seele er⸗ müdet hatte, that dies Stückchen aus einer lebensfriſchen Re⸗ gion, das ihr hier vorgeführt wurde, wahrhaft wohl.

Sie ſollte noch an demſelben Tage die nähere Bekannt⸗ ſchaft des jungen Roſſelenkers machen. Die Beſitzerin der Villa, welche ſie an Frau von Arnefeld durch Vermittlung zur Miethe überlaſſen hatte, eine alte, kränkliche Dame, die ihres Arztes wegen in der Stadt wohnte, hatte ſich heut anſagen laſſen: von Zeit zu Zeit pflegte ſie auf der Villa einen Beſuch abzuſtatten, welchen Frau von Arnefeld immer gewiſſenhaft er⸗ wiederte. Heut brachte ſie ihren kleinen Neffen mit, welcher vom Lande hereingekommen war, und ihr in Ausdrücken, welche ſie, um ihn nicht in Verlegenheit zu ſetzen, verſchwieg, von der Dame im Fenſter ihres Belvedere erzählt hatte; es