Teil eines Werkes 
2. Bd. (1851)
Entstehung
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6 Salvator.

Mädchen wohl in den Fall kommen würden, von ihrer Hände Arbeit zu leben.

Laura bedachte ſich bei dieſer Stelle. Ihr Verſtand konnte darin das Unglück nicht ſehen, welches ihre Mutter, in laute Klagen um die armen, feinen Kinder ausbrechend, bejammert hatte. Sie ſelbſt würde keinen Augenblick Anſtand genommen haben, wenn ihre Lage es erfordert hätte, zu arbeiten ihr ſchien es ſogar ein Vorurtheil, dieſe Thätigkeit, welche ſie eine ehrenvolle nannte, durch die gewohnte Hülfe einer Mittelsper⸗ ſon zu verſchleiern. Ueber die ſogenannte Meinung der Welt glaubte ſie durch eigne Kraft erhaben zu ſein.

Dann las ſie weiter. Es folgten die Berichte, welche auf ihre Mutter den tieſſten Eindruck gemacht hatten, wiewohl ſie darüber ſtumm geblieben war: die Berichte von dem Leben und Treiben des Mannes, in deſſen Hände die überſpannte Seele eines altersſchwachen Greiſes eine Macht gelegt hatte, vor welcher ſich alle andern beugen im Reiche des Materialis⸗ mus. Laura hatte den Brief, als er ankam, vorgeleſen, und dieſe Stellen, ohne den Ton zu ändern, ohne außzublicken. aber ſie hatte es bis in ihr Herz gefühlt, welchen Eindruck ſie auf ihre Mutter machten, und ihr Herz war noch jetzt empört darüber. Wie? Sie hatte ſich losgeriſſen aus dem gefährli⸗ chen Netze, in welches ſie ſchon eingeſponnen war, ſie hatte, nachdem die Trennung von ihrem Gatten erfolgt war, auch mit Allem, was ſie dort noch feſſeln konnte, gebrochen, und dennoͤch*

Es war bei all' Dem ein Bericht, welcher zu den ſeltſam⸗ ſten Ideen anregte. Schrader, der im Beſitze eines ſo unge⸗ heuren Vermögens war, denn er konnte frei darüber, auch für