Teil eines Werkes 
2. Bd. (1851)
Entstehung
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Salvator. 5

Seinigen war nur von dem Vater kein Wort. Und wenn auch die Frau, welche ſich von ihm hatte trennen müſſen, nicht über ſich gewinnen konnte, jemals ihren Sohn darüber zu fra⸗ gen, wenn die Tochter, ſtreng und ſtolz, wie ſie war, noch minder dazu geneigt ſchien: unnatürlich blieb es immer, daß der Sohn ſo ganz, und wohl gefliſſentlich, ſchwieg. Indeſſen, er hatte es bisher gethan und die Entfernten mußten ſich an die übrigen Nachrichten halten, welche ihnen mitgetheilt wurden.

Rudolf war nämlich durch eine dienſtliche Veranlaſſung im Laufe des vergangenen Monats in die Gegend geführt worden, welche jetzt auch in weitern Kreiſen ſo viel von ſich ſprechen machte. Dort hatte ſich Alles bis zur Unkenntlichkeit ſeit einem halben Jahre verändert. Reſſen war verkauft, Sielitz war in andere Hände übergegangen: beide Güter gehörten jetzt einem Beſitzer; wie es bereits Baron Arnefeld für ſich beabſichtigt, aber bei der neuen Wendung ſeiner Verhältniſſe nicht ausge⸗ 2 führt hatte. Wer der neue Beſitzer war, ſchrieb Rudolf nicht, er erwähnte nur, daß es irgend ein obſcurer Menſch ſei, der ſich noch nicht einmal auf den Gütern habe blicken laſſen, doch ließ er ſie, wie es hieß, gut bewirthſchaften. Aus dem freien Verkaufe von Sielitz, welcher für die Familie Rheinberg noch ziemlich vortheilhaft geweſen wäre, hatte nichts werden kön⸗ nen, ſondern das Gut war ſubhaſtirt und ſo erbärmlich bezahlt worden, daß mehrere der letzten Hypotheken ausgefallen und Rheinbergs in die unglücklichſte Lage verſetzt waren. Wo ſie jetzt lebten, wußte Niemand in der Gegend, ſie waren fortge⸗ zogen, wahrſcheinlich in eine kleine Stadt, wo ſie unbekannt waren. Der alte Pfarrer, welchen Rudolf beſuchte, hatte ihm geſagt, daß der Kammerherr ſehrzeidend abgereiſt ſei und die