Teil eines Werkes 
1. Bd. (1851)
Entstehung
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Salvator. 301

Jetzt kann ich aber nicht bleiben ich ſuche meinen Vater, ich habe dringend mit ihm zu reden.

Suchen Sie ihn! Aber wiſſen Sie ihn auch zu finden? Nicht! Ja, ſo möchte ich Sie eigentlich hinbringen, daß ich dabei wäre gehen Sie nicht fort ſein Sie nicht unge⸗ duldig. Sie wiſſen ja gar nichts, ich wollte auch erſt meinen Augen nicht tranen, wie ich Sie zum erſten Male auf der Straße zuſammen fahren ſah, und glaubte, ich wäre verrückt geworden mein alter Kopf iſt jetzt manchmal ſo ſchwach! Aber nun habe ich ſie öfter geſehen, und Ihr liebes Fräulein Laura war's nicht, die meinem alten armen Herrn ſo eingeheizt, daß ihn darüber der Schlag gerührt hat, ſondern ich weiß es nun beſſer, wer es geweſen iſt! Und mir fehlt's nicht an Courage, ich bin bei ihr geweſen. Wollen Sie, ſo gehe ich gleich mit.

Frau Schramm, erwiederte er mit dem Gefühl voller Bitterkeit, das ihn mehr und mehr durchdrang,Sie wiſſen alſo

Ich? rief ſie.Wer ſoll's beſſer wiſſen als ich, der die ganze alte Geſchichte noch iſt, als wär' ſie heut paſſirt. Ja, ſie iſt wieder hier, ohne ihren Mann, ſie mag ihn vielleicht in dem wilden Lande, wo Niemand etwas erfährt, umgebracht haben, wie ſie auch noch meinen alten Herrn umgebracht hat, und nun hat ſie Ihren Papa wieder an ſich gelockt, und wenn nicht ein Ende gemacht wird, ſo giebt's noch ein größeres Unglück.

Von dieſer ganzen Rede, welche noch im Corridor geführt wurde, verſtand Rudolf kein Wort, ſie erſchien ihm als Irrſinn. Aber er ließ es ſich gefallen, daß ſie ihn nochmals in ihr Zim⸗ mer nöthigte, und hier erfuhr er denn Dinge, deren Zuſam⸗ menhang er freilich erſt mühſam conſtruiren mußte, von denen