Teil eines Werkes 
1. Bd. (1851)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

Salvator. 299

iſt ſie und abgemacht. Befindtt ſich wohl und läßt grüßen. Sie lachte und fand einen Chor in der Stube.

Anna, komm' her! ſagte Arnefeld, auf ſeinen Säbel ge⸗ ſtützt, indem er einen Blick tiefſter Verachtung auf das Weib und ihre Genoſſen warf.Ich hoffe, Du kennſt mich und er⸗ innerſt Dich auch Mir trauſt Du nichts Schlechtes zu. Ich weiß Alles und wundere mich nur, daß man Dich in eine ſolche Umgebung gebracht hat! Schweigt! herrſchte er das alte Weib an, das wieder dazwiſchen keifen wollte. Mit Euch wird die Polizei reden, nach welcher Ihr ja ver⸗ langt. Ich frage Dich, Anne, ob Du freiwillig in dieſer Schande verbleiben willſt, oder ob ich Deinen Frieden mit Deinen Anverwandten machen ſoll?

Anne, denn ſie war es wirklich, Anne Roland zitterte hef⸗ tig, aber ſie antwortete: Frieden hab' ich und von Schande werd' ich frei ſein über ein Kleines! Ein fremder Geiſt ſchien aus dieſer für ein Bauermädchen ſeltſamen Antwort zu ſpre⸗ chen, und Rudolf, ſo jung er war, fühlte das, aber ſeine vor⸗ gefaßte Meinung hatte eine von der Wahrheit des Zuſammen⸗ hanges ſehr abweichende Richtung genommen und der Ge⸗ danke, welcher ſich deutlich in den letzten Worten für ihn zu enthüllen ſchien, empörte ſein Gefühl.Glaubſt Du das ſo gewiß? rief er. Nun ſo verlaß Dich nur auf denjenigen, welcher Dir ſolches geſagt hat Wir ſind dann fertig mit ein⸗ ander und ich bereue, daß ich mich Deinetwegen damals in⸗ commodirt habe, es wahr ſehr unnütz.

Anne verſtand ihn nicht, es ängſtigte ſie der Wunſch, ihm noch etwas zu ſagen, aber ſie fürchtete ſich, und Rudolf verließ, ohne auf die höhniſche Rede des alten Weibes oder das ihm