Teil eines Werkes 
1. Bd. (1851)
Entstehung
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Salvator. 297

war auf einmal diplomatiſch geworden, es lag vielleicht in der Luft. Nach einem Diner mit guten Kameraden bei Tietz, nach genoſſenem Kaffee bei Kranzler hatte er ſich eben ein Stündchen in ſeiner Wohnung geruht, als an ſeine Thüre ge⸗ klopft wurde und ein blaugekleideter Mann eintrat, in welchem er zu ſeinem Befremden einen Conſtabler erkannte.

Habe ich die Ehre, Herrn von Arnefeld zu ſehen? ftagte dieſer mit einem gewiſſen Anſtande.

Der bin ich. Was wünſchen Sie?

Nähere Auskunft wollte ich mir erbitten über einen Frem⸗ den, auf welchen Sie mich heut früh auf dem Bahnhofe zu vigiliren aufforderten. Er hat ſich legitimirt, auch habe ich ſonſt nichts Verdächtiges wahrgenommen, und wollte, ehe ich weitere Anzeige mache, um die Gründe Ihrer Denunciation bitten.

Ach, der langhaarige Menſch! Ja, lieber Mann, es iſt ein Demokrat, weiter weiß ich auch nichts. Ich hielt ihn für einen politiſchen Agenten nach ſeinem ganzen Benehmen, das gegen mich, wie ich Sie verſichern kann, höchſt auffallend war. So glaubte ich Ihnen einen Dienſt zu erweiſen, wenn ich Sie aufmerkſam machte. Hat er ſich legitimirt, ſo können Sie ihn doch wenigſtens im Auge behalten Wie nennt erſſich denn?

Candidat Schrader, Adjunct der Pfarre zu Sielitz.

Sielitz? rief der Huſar auffahrend.Deriſt es? Sie wiſſen, wo er wohnt? 2

Der Schutzmann nannte Straße und Hausnummer, wo er ihn hatte einkehren ſehen.

Ich danke Ihnen. Das Weitere werde ich ſelbſt beſor⸗