Teil eines Werkes 
1. Bd. (1851)
Entstehung
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296 Salvator.

fühl einer Theilnahme an dem Retter ihres Lebens, das ſie auch zu thätigen Beweiſen deſſelben führte, in eine phanta⸗ ſtiſche Neigung ausarten zu ſehen, ſelbſt dann nicht, als ſie wußte, daß Roland's Herz wirklich für ſie eine wachſende Lei⸗ denſchaft gefaßt hatte, es beunruhigte ſie, und manches Zei⸗ chen dieſer Unruhe hatte ihr Neckereien zugezogen, aber gewin⸗ nen konnte es ſie nicht. Der Gram, welchen ſie ihrem Bru⸗ der vertraute, war der um ihr verlornes Heiligthum der kind⸗

lichen Ehrfurcht, ſie hatte endlich den Muth gefunden, zu

Rudolf davon zu ſprechen, ſie erzählte ihm Alles, was ſie an troſtloſen Erfahrungen in früherer und jüngſter Zeit gelitten hatte verheimlichte ihm nicht, was in Bezug auf das Mädchen, deſſen er ſich angenommen, die Meinung im Nachbardorfe, ihn betreffend war, und gab ihm endlich auch eine Andeutung, wie das Verſchwinden des Mädchens vielleicht eine noch ſchreck⸗ lichere Bedeutung für ſie Beide, die Geſchwiſter Arnefeld, haben könne, doch hatte ſie dieſe Stelle nachträglich mit einer Randbemerkung verſehen, in welcher ſie ſich Vorwürfe über ihren Argwohn machte. Die letzte Thatſache, ihres Vaters beabſichtigte Scheidung, hatte ſie ziemlich ſchroff und ohne vermittelnde Worte hingeſtellt. Rudolf war durch dieſen Brief zu dem ſchnellen Entſchluſſe gekommen, ſeinen Vater, den er in Berlin wußte, aufzuſuchen, er betrachtete ſich jetzt als den natürlichen Beiſtand ſeiner tiefgekränkten Mutter und wollte auf die Gefahr einer neuen böſen Scene mit ſeinem Vater ein ritterliches Wort ſprechen. So weit war es nun ſchon gekommen.

Vorerſt hatte er ihn noch nicht aufgeſucht. Er wollte ſich, ehe er einen Schritt unternahm, orientiren: der junge Huſar

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