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Der Oberſt zog die Augenbrauen zuſammen.„Mörner?“ wiederholte er.„Können Sie mir etwas Näheres über dieſe Familie ſagen?“
„Eine Wittwe mit ihrer Tochter— dieſe nicht mehr in der erſten Blüthe, aber ein anziehendes Mädchen von großer Bil⸗ dung des Geiſtes und, wie ich wohl glauben kann, auch des Herzens. Ich läugne gar nicht, daß ſie mich intereſſirt.“
Der Oberſt beſann ſich eine Weile.„Sie wiſſen wohl nicht, was der Mann der Wittwe geweſen iſt?“
„Landrath, glaube ich. Sie haben früher in Berlin, wie ich aus mancher Aeußerung der Mutter, die freilich eine Welt⸗ dame im vollen Sinne iſt, entnommen habe, eine glänzende
Rolle geſpielt, ſind aber dann längere Zeit auf dem Lande ge⸗
weſen und in beſchränkte Umſtände gerathen.“
„Wie heißt die Tochter?“ rief der Oberſt.
„Adelheid,“ ſagte Leo verwundert. Der Oberſt blickte ihn ſtarr an. „Groß, ſchlank, dunkles Haar, nicht hübſch, aber ſchöne Augen— die Mutter nennt ſie Lida?“ rief er.
„Alles wahr!“ ſagte Leo.„Sie kennen ſie? Aber wie deute ich mir Ihr Benehmen?“
„O das ſoll Ihnen gleich ganz klar werden. Die ſchöne Dame iſt verheirathet, das wiſſen Sie doch?“
„Nein!“ rief Leo.„Als Fräulein von Mörner kenne ich ſie nur. Adelheid Mörner hat ſie ſich mir ſelbſt— ich ſie nie an⸗ ders als Fräulein genannt. Sie wohnt ganz bei der Mutter.“
Der Oberſt erſchrak.„Herr! Es iſt die Frau meines Soh⸗ nes! Was iſt geſchehen, daß ſie zurückgekommen iſt?“ Sie müſſen mir mehr erzählen— ich gebe Ihnen mein Wort, daß


